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Studentenwohnung vermieten: WG-Vertrag, Bürgschaft, Befristung — DACH-Leitfaden

Trygva Redaktion

Trygva Redaktion

Mietrecht-Experten

29. September 202610 min Lesezeit
Studentenwohnung vermieten: WG-Vertrag, Bürgschaft, Befristung — DACH-Leitfaden

Studentenwohnung vermieten: Spezielle Regeln & Risiken

Die Vermietung an Studenten birgt spezielle Herausforderungen: häufiger Mieterwechsel, oft fehlende Bonität, WG-Konstellationen mit mehreren Mietern. Mit der richtigen Vertragsstruktur lassen sich Risiken minimieren.

1. Vertragsmodelle für Studenten-WGs

Modell A: Einzelmieter

  • Ein Hauptmieter unterzeichnet
  • Andere Bewohner als Untermieter beim Hauptmieter
  • Vorteil Vermieter: nur eine Vertragspartei
  • Nachteil: wenn Hauptmieter auszieht → ALLE müssen raus

Modell B: Gesamtmieter (Solidarvertrag)

  • Alle WG-Mitglieder als Mitmieter
  • Gemeinsame und einzelne Haftung (Solidarschuld)
  • Vorteil: alle haften für Miete
  • Nachteil: Mieterwechsel = Vertragsänderung

Modell C: Einzelverträge pro Zimmer

  • Jeder Bewohner = eigener Mietvertrag mit Vermieter
  • Vorteil: flexibler bei Mieterwechsel
  • Nachteil: Vermieter haftet für gemeinsame Räume

2. Bürgschaft der Eltern

Warum?

Studenten haben oft keine eigene Bonität (kein Lohnausweis, kein Mietverlauf). Eltern-Bürgschaft = Sicherheit.

Form

  • Schriftliche Bürgschaftserklärung
  • Höchstbetrag angegeben (z.B. CHF 24'000 = 12 Monatsmieten)
  • Laufzeit definiert (Mietdauer + 6 Monate)

Rechtliche Grundlagen

  • 🇨🇭 CH: OR Art. 492–512
  • 🇩🇪 DE: BGB §765
  • 🇦🇹 AT: ABGB §1346
> Praxis-Tipp: Bei einer Bürgschaft über CHF 50'000 (CH) ist eine öffentliche Beurkundung notwendig (OR Art. 493).

3. Befristete Mietverträge

Schweiz

  • Befristung frei vereinbar (OR)
  • Häufig auf Studiendauer (z.B. 3 Jahre)
  • Verlängerung möglich

Deutschland

  • Befristung mit Sachgrund möglich (§575 BGB):
- Eigenbedarf nach Befristung - Modernisierung nach Befristung - Verkauf
  • Studenten-Wohnheim: keine besondere Regelung (BGB-Standardregeln)

Österreich

  • Mindestens 3 Jahre (§29 MRG)
  • Verlängerung möglich (3 Jahre Mindestlaufzeit jeweils)
  • Befristungs-Abschlag 25% auf Hauptmietzins (§16 Abs. 7 MRG)

4. Wohnheim vs. private WG

Studentenwohnheim

  • Sonderregelungen (z.B. SVS-Stiftung CH, Studentenwerk DE, ÖH AT)
  • Häufig Mietzeitraum an Semester gekoppelt
  • Befreite Form vom MRG (AT)

Private WG

  • Standard-Mietrecht
  • Keine Sonderregelungen
  • Mieterschutz wie bei Familien-Mietverhältnissen

5. Häufige Risiken & Mitigation

Risiko 1: Hoher Mieterwechsel

Mitigation:
  • Bürgschaft + Kaution (Maximalbetrag)
  • Solidarvertrag für alle Mitbewohner
  • Klare WG-Vertragsklauseln
  • Übergabeprotokoll bei jedem Wechsel

Risiko 2: Lärm & Nachbarschafts-Konflikte

Mitigation:
  • Hausordnung im Mietvertrag
  • Vereinbarung max. Anzahl Bewohner
  • Klausel zum Verhalten in Gemeinschaftsräumen
  • Bei Beschwerden: Abmahnung dokumentieren

Risiko 3: Schäden durch Studenten-Partys

Mitigation:
  • Höhere Kaution (3 Monatsmieten Maximum)
  • Foto-Dokumentation bei Übergabe
  • Haftpflichtversicherung der Mieter prüfen
  • Klare Klausel: keine Haus-Partys ohne Anmeldung

Risiko 4: Zahlungsausfälle

Mitigation:
  • Eltern-Bürgschaft
  • Lastschriftmandat
  • Frühe Mahnung (siehe Mahnzinsen-Guide)
  • Bei wiederholtem Verzug: Abmahnung + außerordentliche Kündigung

6. Rendite-Betrachtung

Pro:

  • Hohe Nachfrage in Universitätsstädten
  • Möbliert-Aufschlag möglich (+30–50%)
  • Pro-Zimmer-Vermietung höhere Rendite
Contra:
  • Mehr Aufwand (Mieterwechsel, Reparaturen)
  • Höheres Beschädigungsrisiko
  • Saisonale Leerstände möglich

7. Steuerliche Aspekte

Schweiz

  • Mieteinnahmen voll steuerpflichtig
  • Pauschalabzug Liegenschaftskosten (10–20% je Kanton)

Deutschland

  • Werbungskosten abziehbar (Reparaturen, Verwaltung)
  • AfA (Absetzung für Abnutzung) 2% jährlich

Österreich

  • Pauschalabzug 10% bei Vermietung

8. Trygva-Tools für Student-Vermietung

Cross-Links

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Redaktioneller Beitrag. Keine Rechtsberatung.

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