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Meine erste Wohnung vermieten (1/5): Den richtigen Mietvertrag wählen

Trygva Redaktion

Trygva Redaktion

Mietrecht-Experten

2. Juni 20269 min Lesezeit
Meine erste Wohnung vermieten (1/5): Den richtigen Mietvertrag wählen

Serie: Erste Wohnung vermieten — Teil 1

Sie haben Ihre erste Wohnung zur Vermietung. Glückwunsch! Was Sie jetzt brauchen, ist der richtige Mietvertrag. Diese Entscheidung beeinflusst die nächsten Jahre — von Mieteinnahmen über Kündigungsmöglichkeiten bis hin zur Renovierungspflicht.

1. Befristet oder unbefristet?

Unbefristet (Standard)

  • 🇨🇭 CH: Standard nach OR Art. 255. Kündigungsschutz greift voll.
  • 🇩🇪 DE: Standard nach BGB §542. Kündigung nur mit gesetzlichem Grund.
  • 🇦🇹 AT: Standard, im MRG-Vollanwendungsbereich nur 16 Kündigungsgründe (§30 MRG).
Vorteile:
  • Stabile Mieteinnahmen
  • Geringerer Verwaltungsaufwand (kein Mieterwechsel)
  • Mieter investieren in die Wohnung
Nachteile:
  • Schwer kündbar
  • Keine flexible Anpassung

Befristet

  • 🇨🇭 CH: Befristung frei vereinbar (auch ohne Sachgrund)
  • 🇩🇪 DE: Nur mit sachlichem Grund (BGB §575): Eigenbedarf, Modernisierung, Verkauf, Verpachtung
  • 🇦🇹 AT: Mindestens 3 Jahre (§29 MRG) + Befristungsabschlag 25%
Wann sinnvoll?
  • Eigenbedarf in 3-5 Jahren absehbar
  • Geplante Sanierung
  • Studierende mit Studiendauer

2. Mietzins-Modelle

Standard-Mietzins (anpassbar)

  • Anpassung nur bei gesetzlichen Anlässen (Referenzzins CH, Mietspiegel DE, Richtwert AT)
  • Aufwendig (amtliches Formular CH)

Indexmiete (DE)

  • Miete an Verbraucherpreisindex gekoppelt
  • Automatische jährliche Anpassung
  • Modernisierungsumlage NICHT möglich
  • Siehe Indexmiete vs. Staffelmiete

Staffelmiete (DE)

  • Fixe Stufen im Vertrag (z.B. +30 EUR/Jahr)
  • Planbar, aber kein Inflationsschutz
  • Mieter darf 4 Jahre nicht kündigen (§557a BGB)

3. Kaution

LandMaximumForm
CH3 MonatsmietenSperrkonto auf Mieternamen (OR 257e)
DE3 NettokaltmietenSeparat vom Vermieter-Vermögen (BGB §551)
AT6 Monatsmieten (üblich 3)Sparbuch
> Detail-Guide: Sperrkonto Schweiz

4. Pflichtbestandteile des Mietvertrags

#BestandteilBeispiel
1VertragsparteienVorname, Name, Adresse, Geburtsdatum
2MietobjektAdresse, Stockwerk, m², Räume, Inventar
3MietzinsBrutto, Netto, MwSt (Gewerbe)
4NebenkostenAkonto-Höhe, Verteilschlüssel
5KautionHöhe, Form, Sperrkonto-Bank (CH)
6Mietbeginn / -endeDatum oder Befristung
7KündigungsfristenGesetzliche oder vertragliche
8HausordnungBeilage
9ÜbergabeDatum, Protokoll
10UnterschriftenBeide Parteien

5. Rechtssichere Klauseln

Empfohlen:

  • Tierhaltung (mit Erlaubnis-Vorbehalt)
  • Untervermietungs-Erlaubnispflicht
  • Schönheitsreparaturen (DE: nur wirksame Klauseln, BGH VIII ZR 185/14)
  • Mieterhöhungsklauseln
Unwirksam (häufige Fehler):
  • Pauschale Renovierungspflicht bei Auszug (CH)
  • Quotenklauseln (DE — BGH VIII ZR 185/14)
  • "Mieter zahlt Maklerprovision" (CH)
  • Untermiete-Verbot ohne Spielraum

6. Tools

7. Häufige Anfänger-Fehler

  • Vorlage aus dem Internet ohne juristische Prüfung
  • Mündliche Zusagen statt schriftlich
  • Hausordnung fehlt
  • Kaution direkt aufs Vermieter-Konto (CH OR-Verstoß)
  • Unklare Nebenkostenregelung
  • 8. Empfehlung für Erstvermieter

  • Standard-Mietvertrag der Mieterverbände als Vorlage (CH: HEV-Vertrag, DE: Haus & Grund)
  • Anwaltsprüfung bei Erstvermietung (CHF/EUR 200-500)
  • Hausordnung beilegen
  • Kaution korrekt anlegen
  • Übergabe-Protokoll sofort vorbereiten
  • Cross-Links

    Teil 2: Die richtige Miete finden →

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    Redaktioneller Beitrag. Keine Rechtsberatung.

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